Kaum eine Neuerung hat die Reisebranche in den letzten Jahren so verändert wie der wachsende Erfolg der Billigflieger. Vor allem finanzschwächere Urlauber, wie etwa Familien, Studenten und Auszubildende profitieren von den Angeboten der günstigen Fluglinien. Diese nutzten davor eher die Eigenanreise oder eine Anreise mit dem Zug. Vorreiter der neuen Art zu Fliegen war in Europa die Firma Ryanair, die 1995 die ersten Billigflüge zwischen Deutschland und Groß-Britannien in ihr Programm aufnahm. Heute haben sich viele Fluglinien auf Billigflüge spezialisiert (Germanwings, Air Berlin) und sogar die großen Reiseveranstalter haben mittlerweile eine eigene Untersparte für Billigflüge (TUIfly).
Das Streckennetz der Billigflieger kann sich sehen lassen. Reisen innerhalb Europas werden von Billigflügen dominiert, Fernreisen sind weiter stark im Kommen. Das Erfolgskonzept ist jedoch nachvollziehbar, denn heute sind die Reisenden wesentlich preisbewusster als früher. So verzichten junge Familien gerne auf eine warme Mahlzeit an Bord, wenn dafür der Flug nur die Hälfte kostet. Natürlich müssen auch andere Abstriche gemacht werden, die jedoch allesamt den niedrigen Ticketpreis erklären. Die meisten der Billigairlines statten ihre Flotte mit nur einem Flugzeugtyp aus, der dafür voll ausgelastet wird. Die volle Auslastung wird im Notfall durch die Vergabe der Restplätze zum Selbstkostenpreis erreicht. Zudem werden kleinere Flughäfen angeflogen, die oft etwas außerhalb der großen Urlaubsorte liegen. Eine Einteilung in verschiedene Bordklassen oder eine Sitzplatzreservierung gibt es beim Billigflug ebenfalls nicht. Weiterhin werden nur Direktflüge angeboten, auf ein Drehkreuzsystem, Umstiege und Anschlussflüge wird also ebenfalls verzichtet. Ein Nachteil für Reisende ist, dass eine Umbuchung oder Stornierung von Billigflügen kaum möglich ist, was sich ebenfalls im günstigeren Flugpreis niederschlägt. Einzig eine Reiserücktrittsversicherung bewahrt jedoch im Notfall vor finanziellen Verlusten.
Zu Beginn der Entwicklung wurde zunächst befürchtet, die Billigairlines sparen nicht nur am Service, sondern auch an der Sicherheit der Passagiere. Die positiven Entwicklungen des letzten Jahrzehnts zeugen jedoch vom Gegenteil.